Silber reden

Silber reden – Gold denken. Jetzt in Moldau

Archive for the ‘Gedichte’ Category

Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt

leave a comment »

„Ja Freunde ist’s nicht stets das gleiche?

Taugt zum verliebtem Zeitvertreib

Die Modepuppe nur, die reiche?

Warum nicht ein Kalmückenweib?“

Dies ist das Ende von Alexander Puschkins Gedicht „An eine Kalmückin“, in welchem es im Grunde darum geht, dass Puschkin irgendwo in der Steppe ist und Druck auf dem Kessel hat. In den 70er Jahren war es das meist rezitierte Gedicht in Kalmykien.

Written by silberredner

14. Juli 2011 at 17:38

Veröffentlicht in Gedichte, Geschichte, Gesellschaft

Tagged with

Berliner Republik

leave a comment »

Jegliche Kanaille

Schafft’s in der Journaille

Fehlt außerdem Kritik

Geht’s in die Politik

Und alle voller Unmoral

Dienen treudoof dem Kapital

Written by silberredner

5. September 2010 at 14:27

Veröffentlicht in Gedichte, Politik

Tagged with ,

Der böse Zauberer Zarrasin

with one comment

Im Osten, tief in sandig Mark

Im Eichenwald versteckt

Lebte der Zaubrer Zarrasin

Der Gutes nie ausheckt

Er wollte gern mit andren sein

Er fühlte sich allein

Drum ging er aus dem Wald heraus

Ins nahe Dorf hinein

„Was müssen meine Augen sehn!

Schnurrbärte überall!

Das ganze Dorf ist voll davon!“

Schrie Zarrasin mit Hall

„Freunde, Bürger seht ihr nicht,

Wie sehr uns das bedroht?

Wo ist die glatte Lippe hin?

Rasieren tut hier Not!“

So schrie er bis zur Heiserkeit

Doch niemand nahm ihn wahr

Denn Zarrasin war ebenso

Mit Oberlippenhaar

Was Zarrasin mitteilen wollt:

Die Olibas warn fremd

Nur blonde Haarpracht war ihm recht,

Wie er sie sich bekämmt

So ging er heim in seinen Wald

Und weinte bitterlich

Denn alles Fremde was er sah,

War ihm nur gruselig

Aufrütteln wollte er, nur wie?

Ein Buch kam ihm zupass

Welches ein Mann mit Bart einst schrieb

Über den Bärtehass

„Mein Bart“ so war das Buch benannt

Das Zarrasin verschlang

Der blonde überm dunklen Bart

So war der Bärterang

Doch hassen wollt der Zaubrer nicht

Das Fremde sollt nur weg

Der Hass sollt nur ein Mittel sein

Für seinen blonden Zweck

„Das blonde Barthaar schafft sich ab“

Schrieb er auf Pergament

Sowie das Braunhaar dämlich wär

Das sei doch evident

Mit Zaubertinte schrieb er auf

Was er im Buche las

Mit andren Worten nur, damit

Jeder den Hass vergaß

Dies Pergament verlas er nun

Im Dorfe auf dem Platz

Damit endlich beginnen konnt

Die Dunkelschnurrbarthatz

Die blonden Massen, dumpf im Kopf

Brachen in Jubel aus

Und trieben alles Dunkele

Aus ihrem Dorf hinaus

„Oh Zarrasin, du alter Fuchs

Das hast du klug gemacht“

So dachte sich der  Zauberer

Erfreut was er entfacht

Die Dunkelbärte waren weg

Und Blondhaar rundherum

Der Zaubrer ging zum Wald zurück

Sein ruhiges Heiligtum

Froh über das geschaffte Werk

Ruhte er sich aus

Bis er wollt wieder Menschen sehn

Und so verließ sein Haus

Doch als er nun zum Dorfe kam

Wehte ein andrer Wind

Ein jeder Bart war nun verpönt

Und er verjagt geschwind

Ja, Bartlos leben wollt er nicht

So ging er ins Exil

Verjagt selbst aus dem Eichenwald

Denn nun war er zuviel

Tage und Wochen reiste er

Nach Süden ging der Schritt

Bis endlich ihn ein Dorf aufnahm

Das so wie er einst litt

„Oh Zarrasin, oh Zarrasin

Was hast du nur getan?

Erst wir, dann du, verstehst du jetzt

Wie falsch der Bärtewahn?

Jedoch Vertreibung macht nicht klug:

„Katharsis? Nicht mit mir!

Denn immer noch ist Braunhaar schlecht

Und ich der bessre hier!“

So ging er in nen Zedernwald

Und hauste sich dort ein

Um einmal wieder aufzustehn

Wann immer es mag sein

Written by silberredner

2. September 2010 at 17:04

Veröffentlicht in Gedichte, Politik

Tagged with ,

Augen auf im Straßenverkehr

leave a comment »

Breit wie ne Flunder fahr ich heim

Und denk mir „Was ein Dreck!

Einfach nur so mein Rad zu fahrn,

das ist doch ohne Zweck“

Der Weg nach Hause ist noch lang

Und ich geschafft wie nie

Ich bräuchte jetzt ein Nickerchen

Muss schlafen wie ein Vieh

„Heureka!“ rufe ich dann laut

„Das ist des Pudels Kern:

Schlafend weiter Rad zu fahrn,

das möcht ich ausprobiern.“

Die Augen schließen sich geschwind

Der Fahrwind kühlt das Lid

Tiefenentspannung macht sich breit

Genial was ich mir riet!

Als plötzlich sich die Welt verschiebt

Schlag ich die Augen auf

Und seh den Kantstein unter mir

Er lächelt mir hinauf

Das Kinn federt das Fallen ab

Ich schmecke Blut im Mund

Grotesk verknotet lieg ich da

Tu meine Schmerzen Kund

In großer Pein richt ich mich auf

Doch schließlich bin ich wach

Weiterradelnd schwör ich mir

Dass ich das nicht mehr mach.

Und die Moral von der Geschicht

Schlaf besser beim Fahren nicht

Written by silberredner

18. August 2010 at 11:19

Veröffentlicht in Gedichte

Tagged with