Silber reden

Silber reden – Gold denken. Jetzt in Moldau

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Der Semesterauftakt

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Seit dem 1. September bin ich nun tatsächlich Universitätsdozent. Das eine Rolle, an die ich mich auf jeden Fall noch gewöhnen muss.

Zu Beginn des Semesters gab es eine Feier im Belzer Theater für die Erstsemester. Das Programm hätte nicht weiter an den Interessen von Erstis vorbei geplant werden können.

Gerade spricht der Uni-Rektor Gheorghe Popa

Gerade spricht der Uni-Rektor Gheorghe Popa

Lange Reden von Universitätfunktionären, der Sozialministerin und einem Vertreter der Firma Dräxlmaier, welche eine Kooperation mit der Universität hat, handelten vom süßen Studentenleben und neuen Lebensabschnitten und so weiter. Es ist allerdings auch maßlos unfair von mir, Reden zu beurteilen, die ich nur in Ausschnitten von meiner Ansprechpartnerin zusammengefasst bekam. Dennoch schien mir der steife Rahmen und das Programm, das nur aus Reden bestand, ziemlich einlullend.

Obwohl! Zu Beginn und zum Schluss wurde die Nationalhymne gesungen (ganz schmissig):

Dann begann die erste Woche. Ich habe im Moment drei Kurse: Ein Seminar zur Geschichte und Kultur Deutschlands (bzw. der D-A-CH-L-Länder) sowie zwei Übungen zu diesem Seminar. In der Terminierung der Kurse wurde sehr auf mich eingegangen: Ich wollte meine Kurse gerne morgens und auch gerne an zwei Tagen hintereinander. Genau das habe ich auch bekommen. Unter http://orar.usarb.md/ und Profesor Teune, Jonas ist mein aktueller Stundenplan einzusehen.

Erfreulicherweise hatte ich ebenso viele Freiheiten bei meiner Semesterplanung. Ich wollte nach einer kurzen Theorieeinführung (es geht doch nichts ohne Sozialkonstruktivismus) einen Schnelldurchlauf durch die deutsch-europäische Geschichte der Moderne machen. Dies war aber wahrscheinlich ähnlich nah an den Interessen der Studierenden wie die Erstsemsterfeier, also änderte ich nach der ersten Stunde den Semesterplan etwas um. Die Theorie blieb aber. Ohne geht es einfach nicht.

Da die Studierenden im verschulten System nicht wirklich Wahlmöglichkeiten haben, sind sie in Klassen organisiert. Im Seminar habe ich zwei Klassen gemeinsam, in den Übungen sind die Klassen jeweils einzeln.

Die Studierenden sind jetzt im dritten Jahr und werden entweder Lehrerinnen oder Übersetzerinnen. Für fast alle gilt, dass sie vor ihrem Studienbeginn noch kein Deutsch konnten. Gerade wenn man dies bedenkt, ist das Können der Studierenden beeindruckend. Doch nicht nur das – bisher scheinen sie auch meine öden Theorieexkurse (Hayden White, Bourdieu, als letztes kommt Benedict Anderson) gut zu ertragen.

Wenn es so weiterläuft, wird das Semester sehr gut werden!

Written by silberredner

15. September 2014 at 08:00

Veröffentlicht in DaF, Geschichte, Kultur, Moldawien, Uni

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– and now you’re going to die! Laut und mit viel Bass hören!

Written by silberredner

13. Februar 2012 at 20:11

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Hmmm… Ich weiß nicht ob ich das gut finden soll

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Written by silberredner

8. Oktober 2011 at 12:37

Veröffentlicht in Kultur, Netz, Politik

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Mein Engagment bei „Freiburg ohne Papst“

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Zum Besuch des Papstes in Deutschland bildeten sich verschiedene Protestgruppen, eine davon war „Freiburg ohne Papst“. Ursprünglich nur ein Produkt der Rosa Hilfe Freiburg, schlossen sich bald auch andere Organisationen an, es bildete sich ein breites Bündnis. Tatsächlich rekrutierte sich der Großteil der Aktivisten jedoch aus dem Umfeld der Rosa Hilfe.

Eines Tages las ich im Internet von diesem Bündnis. Für mich war von Anfang an klar, dass ich da mitmachen würde, war bei meinem ersten Zusammentreffen mit der Gruppe jedoch erstaunt, dass es sich fast nur um ältere, schwule Männer handelte. Als Heten- und Studentenminderheit konnte ich jedoch das Bündnis auch anderen Kreisen öffnen.

Im Laufe unserer Propaganda machten wir auch einen kleinen Film mit Statements, warum wir uns engagieren würden:

 


Mein Satz lautete:

„Ich engagiere mich bei Freiburg ohne Papst, weil der Vatikan mit vormoderner Argumentation menschenfeindliche Positionen verbreitet.“

Was meine ich eigentlich damit?

Was ist vormoderne Argumentation?

Vormoderne Argumentation geht davon aus, dass es eine Wahrheit gibt, welche erkennbar ist. Als klassisches Beispiel kann hier Platons Höhlengleichnis dienen, in welchem der Großteil der Menschen in einer Höhle lebt, weit entfernt vom Licht. Nur manchen ist es möglich, das Licht zu sehen und die anderen darüber aufzuklären. Die Rolle der Aufklärer fiele natürlich der katholischen Kirche zu, der „einzig selig machenden Kirche“.

Allein die Vorstellung, dass es nur eine Wahrheit gäbe ist heutzutage absurd. Auch die Vorstellung, dass es Wahrheit gäbe scheint mir mehr als Zweifelhaft. Alles was wir haben, sind Erfahrungswerte und Traditionen auf welche wir unsere Modelle der Welt und Wahrheiten basieren. Trotzdem wird unerfreulich häufig auf solche Denkstrukturen zurückgegriffen. Warum ist das unerfreulich? Weil die Vorstellung von einer Wahrheit den Horizont begrenzt, die Kreativität verkrüppelt und Intoleranz befeuert.

Ein weiterer Aspekt der vormodernen Argumentation ist der Theismus. Man kann zum Theismus stehen wie man will, man kann auch theistische Argumentation für sich selbst verwenden, doch niemals im gesamtgesellschaftlichen Kontext. Warum nicht? Argumentation, die auf Belange der Gesamtgesellschaft abzielt, muss die Heterogenität unserer Gesellschaft anerkennen. Wo ein erheblicher Teil der Menschen nicht mehr an einen Gott oder nicht mehr an einen Gott oder nicht mehr an diesen einen Gott glaubt ist theistische Argumentation zutiefst undemokratisch. Versuche ich, mich an die gesamte Gesellschaft zu wenden, darf ich auf kein Sonderwissen pochen. Ich kann gerne an Allah glauben so viel ich will, eine Argumentation die Allah beinhaltet, hat keinen Wert für andere. Darum ist die einzig akzeptable Argumentation ein säkulare. Die materielle Welt ist der kleinste gemeinsame Nenner den wir haben. Wer darüber hinaus eine magische Feenwelt sehen möchte, kann das für sich gerne so handhaben. Stützt sich eine Argumentation auf die „Heiligkeit“ einer Schrift, Institution oder Person, wird diese Argumentation jedoch irrelevant. Es ist philosophisch unlauter, noch allgemein mit Gott zu argumentieren. Organisierter Glaube versucht dennoch ständig, seine undemokratischen Argumentationsstrukturen allgemein gültig zu machen. Dies ist unakzeptabel und muss von ständiger Kritik begleitet werden.

So weit, so allgemein. Das bisher Gesagte ist ebenso für evangelische, muslimische oder andere Kirchen gültig. Das spezifisch katholische wird in der Menschenfeindlichkeit deutlich.

Am deutlichsten sticht hier vor allem die katholische Sexualmoral hervor. Jedoch kann man von einer Religion, die ihre Sexualmoral auf ein 2000 Jahre altes Buch fußt auch nichts besseres erwarten. Die Verdammung homosexuellen Handlungen ist ein schwerwiegender Eingriff in die sexuelle Selbstbestimmung der Menschen. Ebenso ist es das Verbot von Verhütungsmitteln, von den gesundheitlichen Auswirkungen ganz zu schweigen. Eine Institution, die ihre religiösen Vorstellungen über die Gesundheit der Menschen stellt, ist schlicht widerwärtig. Ebenso anachronistisch ist der Ausschluss wiederverheirateter Menschen. Von der Selbstbestimmung der Frau über ihren Körper und ihre reproduktiven Fähigkeiten ganz zu schweigen. Hier werden fundamentale Menschenrechte mit Füßen getreten.

Nun könnte man natürlich einwenden, dass niemand dazu gezwungen würde katholisch zu sein, dass wir in einer freien Gesellschaft lebten und das hier überhaupt mir Kanonen auf Spatzen geschossen würde.

Nun verbreitet die katholische Kirche aber eben solche Einstellungen mit ihrem historisch gewachsenen Machtapparat. Das fängt im Kindergarten an und hört im Hospiz auf; soziale Einrichtungen, mit einem erheblichen finanziellen Anteil des Staates, welche dennoch immer auch einen missionarischen Auftrag haben. Aus diesem Grund dürfen ja auch keine wiederverheirateten oder offen homosexuell lebenden Menschen in katholischen Einrichtungen angestellt sein, da sie die katholische Lehre nicht überzeugend verbreiten könnten. Ich selbst habe mit Menschen gesprochen, die im sozialen Sektor arbeiten und Angst davor haben die Kirche zu kritisieren. Da unterschreibt man lieber keinen Aufruf, auch wenn man mit ihm vollkommen übereinstimmt.

Der Einfluss dieser Kirche in unserer Gesellschaft ist immer noch riesig, das geht über Rundfunkräte, Konkordatslehrstühle bis hin zur staatlich eingezogenen Kirchensteuer und den Millionen Euro an staatlichen Zahlungen, welche jedes Jahr an die Kirchen gehen.

Nein, niemand wird dazu gezwungen katholisch zu sein, jedoch sollte man niemals die kulturelle und psychologische Macht der Kirche unterschätzen.

Die freie, demokratische Gesellschaft ist eine Errungenschaft, die in jeder Generation neu erobert und neu erlernt werden muss. Von den misanthropen alten Herren in Rom und ihrer Wahlmonarchie sind hierbei keinerlei positiven Impulse zu erwarten.

Aber eigentlich kann das der einzigartige Stephen Fry besser und schöner sagen als ich:

Written by silberredner

6. Oktober 2011 at 15:16

Hu, ich war im Fernsehen!

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Und weil ich es unter international bekannten Megasendern nicht mache, fing ich meine TV-Karriere bei TV-Südbaden an. Das kann man bestimmt auch in Frankreich und der Schweiz empfangen.

Ich war als Vertreter des Aktionsbündnis „Freiburg ohne Papst“ eingeladen, doch leider ging es kaum um den Papstbesuch und die unsäglichen Lehren der katholischen Kirche oder Ratzingers reaktionäre Weltsicht, sondern um Kirche und Jugend allgemein.

Leider hatte die Reaktion einen Fehler gemacht und einen Anhänger der Pius-Brüderschaft eingeladen. Dadurch wurde die Diskussion ausgesprochen einseitig, der Typ hat eigentlich die ganze Zeit gesprochen und die Unterschiede zwischen mir und dem liberalen Katholiken kamen kaum zum Vorschein.

Insgesamt bin ich mit meinem Auftritt so mittel zufrieden, hätte mehr, schärfer reden sollen. Meine durchdachte säkulare Argumentation kam im Grunde nicht zum Zuge. Und ein rhetorischer Meister bin ich auch nicht gerade. Aber besser als nichts:

Written by silberredner

16. September 2011 at 10:43

Apropos…

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Written by silberredner

25. Juli 2011 at 10:35

Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Medien

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Endlich mal ein gutes Kinderbuch!

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Written by silberredner

13. Juli 2011 at 22:46

Veröffentlicht in Kultur, Netz

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