Silber reden

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Archive for the ‘Piraten’ Category

Für ein Museum des Kalten Krieges in Berlin

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Im Moment gibt es in Berlin eine Diskussion über die Errichtung eine Museums des Kalten Krieges am Checkpoint Charlie.

Die Geschichtspolitikgruppe der Piraten (deren Mitglied ich bin) unterstützt das Vorhaben eines Museums – denn zwar gibt es in Berlin einige Museen die sich mit Geschicht befassen, aber keines, dass einen übergreifenden Ansatz hat.

Ein neues Museum sollte die Sichtweisen beider Seiten vorstellen; wer nur aus der westlichen Perspektive denkt, wird den Kalten Krieg niemals wirklich verstehen können.

Die Musemskonzeption von Konrad Jarausch, Christian Ostermann, Manfred Wilke und Winfried Heineman aus dem Jahr 2010 ist darum richtig:

Ein neues Museum könnte eine Verteilerfunktion für die anderen, spezialisierteren Museen in Berlin übernehmen

Ein neues Museum sollte nationale Beschränkungen auflösen

Ein neues Museum sollte Zeitzeugen mit Oral History einbinden

Gerade die Piraten können sich für ein post-ideologisches Museum stark machen, ein Museum, dass beide Seiten ernst nimmt und so einen Ort der Trennung der Welten zu einem Ort der historischen Begegnung macht.

Written by silberredner

16. Mai 2012 at 19:31

Liquid Feedback – das erste Mal

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Letztens habe ich meine erste Liquid Feedback-Initiative gestartet.

Was ist Liquid Feedback?

Lqfb ist ein Abstimmungswerkzeug, das im Grunde wie ein Parlament funktioniert.

Erst erstellt man einen Vorschlag, der dann eine Weile beliebig diskutiert und verändert werden kann. Innerhalb dieser Zeit muss man auch Unterstützer_innen finden, denn eine Initiative muss ein bestimmtes Quorum (1/10 der an diesem Themenbereich Interessierten) erfüllen.

Hier sieht man die verschiedenen Themenbereiche im Liquid der Berliner Piraten. Ich bin interessiert an Stadtentwicklung, Bau und Verkehr, Bildung und Forschung, Außenpolitik, Geschlechter- und Familienpolitik sowie Sandkasten / Spielwiese, erkennbar an der Figur neben den Leisten. Rechts sieht man Initiativen, die momentan zur Abstimmung stehen.

Nachdem die Initiative in einem Pad (ein öffentliches, für alle benutzbares Schreibprogramm) diskutiert und eventuell abgeändert oder Alternativvorschläge gemacht werden, wird die Initiative eingefroren, das heißt, dass sie nicht mehr verändert werden kann.

Schließlich kommt es zur Abstimmung.

Eine Freundin und ich erstellten diese Initiative:

Wahlpflichfach Kunstsprachen

Viel zu lange wurden Kunstsprachen aus dem Kreis der Schulfächer ausgeschlossen.

Dies darf nicht länger toleriert werden!

Es ist an der Zeit, dass wir Sprachen in die Lebenswelten junger Menschen integrieren, die im Moment noch ein Schattendasein fristen.

Warum Spanisch und nicht Elbisch? Warum Englisch und nicht Klingonisch?

Wer legt fest, was unsere Kinder in der Zukunft brauchen werden? (Man muss doch auch mal an die Kinder denken!)

Wir sind für offene Schulcurricula und die Freiheit der Wahl!

Darum: Elbisch und Kobanisch statt Englisch und Spanisch! (Link)

Selbstverständlich wurde dieser Antrag mit SED-Mehrheit angenommen! (89% Ja-Stimmen).

Dabei ist allerdings zu beachten, dass eine Delegation von Stimmen möglich ist – für ein bestimmtes Themengebiet, kann man seine Stimme an jeman anderes delegieren, der/die dann für einen abstimmt.

Wie dem auch sei: Diese extrem wichtige Initiative war ein überwältigender Erfolg!

Written by silberredner

20. April 2012 at 22:51

Dienstags bei den Piraten

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Dienstags habe ich jetzt ein paar mal beim Kneipenabend der Piraten an der Bar gestanden und muss sagen: Schon unterhaltsam.

Zum Beispiel gestern: Es waren ein Haufen neue Interessierte da, um sich über die Partei zu informieren.

Mancher mag jetzt denken, dass es sich in erster Linie um pickelige Nerdteens handelt, doch weit gefehlt. Die dürfen ja sowieso unter der Woche nicht raus und sind außerdem mit ihrem Clan bei WoW verabredet.

Stattdessen kamen eher die älteren Semester, die sich deutlich von den anderen absetzten, indem sie andere „junger Mann“ oder ähnliches nannten und von bürgerlich bis altlinks variierten.

Da auf der Website des Kinski steht, man solle pünktlich sein (wenn man eine Barschicht hat http://wiki.piratenpartei.de/BE:Squad_Kinski), stand eine Gruppe schon vor der Kneipe und scharrten mit den Füßen als wir kamen um aufzuschließen und alles vorzubereiten.

Als das erledigt war, wollten sie von einem alten Hasen wie mir (immerhin schon seit Januar aktiv!) wissen, wie das denn so alles in der Piratenpartei funktioniere. Weil ich hinter der Bar stand.

Dabei erwarteten sie Strukturen, wie es sie vielleicht in anderen Parteien gibt, das heißt erst mal: Überhaupt klare Strukturen. Und jemanden, der einem sagt wie man sich einbringen kann.

Das gibt es leider alles bei den Piraten nicht. Entweder man kümmert sich selbst, oder es kümmert sich niemand um einen.

Das ist auf jeden Fall verwirrend. Man kennt ja niemanden, man weiß nichts, man will vielleicht auch nichts falsch machen und vor allem: Man möchte sich ja auch nicht gleich blamieren.

Manche erklären einem dann säuerlich, dass sie etwas anderes erwartet hätten und gehen nach Hause, andere treten noch am selben Abend der Partei bei.

Alles neu, alles anders, alles gleich. Am besten ist es, sich das mal selbst anzugucken.

Written by silberredner

29. Februar 2012 at 20:11

Veröffentlicht in Berlin, Piraten, Politik

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Meine Jungfernfahrt

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Nach Monaten der Untätigkeit wollte ich mich endlich im neuen Jahr bei meiner neuen Partei engagieren. Wie immer der Herde folgend, bin ich nun Pirat geworden. Ich hatte gehört, dass das jetzt so hip sei. Also flugs zu einem Treffen.
Ich dachte mir, dass es das Beste wäre, sich für eine Barschicht zu melden, weil man da schnell viele Leute kennen lernen würde – ergo meldete ich mich freiwillig Dienstags im Kinski hinter der Theke zu stehen.
Als ich in der Wohnung von Heide, welche die Hauptverantwortliche fürs Kinski ist, ankam, wurde sofort der erste Piratenstereotyp erfüllt. In der Küche saßen zwei Leute, aßen lecker Abendbrot und unterhielten sich über… ähm… ich muss sagen, ich habe keine Ahnung worüber sie sich unterhielten. Es klang technisch. Irgendwas mit Computern. Nun ja, aber ich war ja auch nicht gekommen, um ihnen ihre Computer zu warten.
Das Kinski ist eine selbstverwaltete Kneipe, die sehr organisch gewachsen wirkt. Hier und da funktioniert mal was nicht und allein alle Lichter anzumachen ist schon eine Kunst für sich.
Ab Acht kamen die ersten Mitpiraten und Interessierten. Ich schenkte fleißig Bier und Mate (der nächste Stereotyp) an die durstigen Kehlen aus. Die Besitzer dieser Kehlen waren in der überwältigenden Anzahl Männer (Stereotyp). Aber das ist ja egal, weil wir soo post-gender sind.
Nach einer Weile begannen die Vorstellungsrunden für die Landesvorstandswahlen im Februar. Diese liefen so ab: Der Kandidat stellte sich selbst in drei Minuten kurz vor, danach gab es die Möglichkeit für 20 Minuten Fragen zu stellen. Hierbei fiel mir die Diskussionskultur extrem positiv auf, es gab eine kompetente Redeleitung, gute Fragen und relativ gute Antworten.
Die Kandidaten waren dabei so facettenreich wie die Partei:
Der erste war ein Kindergärtner mit Pädagogenstimme, der zweite ein Geschäftsmann, der seit November 2011 in der Partei war, für den Landesvorstand kandidierte, und nicht wusste, was ein Vorstand eigentlich macht. Der dritte war ein Hacker, der schon ein alter Fuchs war (seit 2009 in der Partei) und dies auch als seine Hauptqualifikation anführte.
Ich fand sehr positiv, dass es einen gab, der schon nach wenigen Monaten für Ämter kandidieren wollte. Gewählt wird er sicher nicht, aber immerhin gibt es die Möglichkeit. Und schlecht wirkte seine Vorstellung eigentlich auch nicht.
Nach den Vorstellungen ging der gemütliche Teil des Abends los – Plauscheleien über alles was so anliegt. Oft habe ich recht wenig verstanden, weil ich erstens nichts von Computern verstehe und zweitens noch nicht in der Organisation der Partei und der Berliner Landespolitik drin bin. Aber das kann sich ja alles noch ändern.
Als ich am Ende mit Heide noch allein im Kinski war, sie rauchte und Bier trank und ich mich das erste Mal seit Stunden hinsetzte, meinte sie, das Schönste an den Piraten sei, dass es zum größten Teil (80%) gute Menschen seien.
Allein um herauszufinden ob das stimmt, werde ich weiter machen.

Written by silberredner

6. Februar 2012 at 01:02

Veröffentlicht in Berlin, Piraten, Politik

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