Silber reden

Silber reden – Gold denken. Jetzt in Moldau

Archive for the ‘Ungarn’ Category

Köszönöm Fidesz!

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Der vormalige Platz der Republik ist nun der Johannes-Paul-II.-Platz.

Written by silberredner

2. April 2012 at 19:33

Die Präambel der ungarischen Verfassung

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Vom Pester Lloyd, Übersetzung von Dóra Frey, LL.M. von der Fakultät für Vergleichende Staats- und Rechtswissenschaften der Deutschsprachigen Andrássy Universität Budapest:

“GOTT, SEGNE DIE UNGARN

Nationales Glaubensbekenntnis / Nationale Erklärung

Wir, die Mitglieder der ungarischen Nation, am Anfang des neuen Jahrtausends, in Verantwortung für alle Ungarn erklären Folgendes:

Wir sind stolz darauf, dass unser König Stefan der Heilige vor tausend Jahren den ungarischen Staat auf feste Grundlagen gebaut hat und unsere Heimat zu einem Teil des christlichen Europas machte. Wir sind stolz auf unsere Vorfahren die für die Aufrechterhaltung, Freiheit und Unabhängigkeit unseres Landes kämpften.

Wir sind stolz auf die herausragenden geistigen Leistungen der ungarischen Menschen. Wir sind stolz darauf, dass unser Volk Europa jahrhundertelang in Kämpfen verteidigte, und seine gemeinsamen Werte durch seine Begabung und Fleiß mehrte.

Wir anerkennen die die Nation erhaltende Kraft des Christentums. Wir achten die verschiedenen religiösen Traditionen unseres Landes. Wir schwören, dass wir die geistige und seelische Einheit unserer in den Stürmen des vergangenen Jahrhunderts in Teile zerrissenen Nation bewahren werden. Wir nehmen auf uns, dass wir unser Erbe, die ungarische Kultur, unsere einmalige Sprache, die menschgeschaffene und von Natur gegebenen Werte des Karpatenbeckens pflegen und bewahren. Wir tragen Verantwortung für unsere Nachfahren, deswegen schützen wir die Lebensgrundlagen unserer Nachfolger durch den sorgfältigen Verbrauch der materiellen, geistigen und natürlichen Ressourcen.

Wir glauben, dass unsere nationale Kultur einen reichen Beitrag zu der Vielfalt der europäischen Einheit leistet. Wir achten die Freiheit und Kultur der anderen Völker und streben eine Zusammenarbeit mit allen Nationen der Welt an. Wir bekennen uns dazu, dass die Grundlage des menschlichen Daseins, die Menschenwürde ist.

Wir bekennen uns dazu, dass sich die Freiheit der Einzelnen nur im Zusammenwirken mit anderen entfalten kann. Wir bekennen uns dazu, dass die wichtigsten Rahmenbedingungen unseres Zusammenlebens die Familie und die Nation sind, die Grundwerte unserer Zusammengehörigkeit sind Treue, Glaube und Liebe.

Wir bekennen uns dazu, dass die Grundlage der Kraft der Gemeinschaft und der Ehre aller Menschen die Arbeit, die geistige Leistung der Menschen ist. Wir bekennen uns zu dem Befehl, die Hilfsbedürftigen und Armen unterstützen zu müssen. Wir bekennen uns dazu, dass die Vervollkommnung der Sicherheit, der Ordnung, der Gerechtigkeit und der Freiheit gemeinsames Ziel der Bürger und des Staates ist.

Wir bekennen uns dazu, dass eine richtige Volksherrschaft nur dort gegeben ist, wo der Staat seinen Bürgern dient, und ihre Angelegenheiten mit Billigkeit, ohne Missbrauch und Parteilichkeit erledigt. Wir ehren die Errungenschaften unserer historischen Verfassung und die Heilige Krone, die die verfassungsmäßige staatliche Kontinuität von Ungarn verkörpert.

Wir anerkennen nicht die Aussetzung unserer historischen Verfassung während fremden Belagerungen. Wir verneinen die Verjährung der unmenschlichen Verbrechen die während der Herrschaft von nationalsozialistischen und kommunistischen Diktaturen gegen die ungarische Nation und ihren Mitglieder begangen worden.

Wir anerkennen nicht die Rechtskontinuität der kommunistischen Verfassung aus dem Jahre 1949, die die Grundlage einer tyrannischen Herrschaft war, deswegen erklären wir deren Ungültigkeit.

Wir sind mit den Abgeordneten des ersten freien Parlaments einverstanden, die in ihren ersten Beschluss erklärt haben, dass unsere heutige Freiheit aus unserer den Weltkommunismus tödlich verletzenden Revolution und dem Freiheitskampf von 1956 sprießte. Wir rechnen die Wiederherstellung der, am 19. März 1944 verlorenen, staatlichen Selbstbestimmung unserer Heimat, ab den 2. Mai 1990, die Konstituierung der ersten frei gewählten Volksvertretung.

Wir bekennen uns dazu, dass wir nach den zu moralischen Erschütterung führenden Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts zweifellos einer seelischen und geistigen Erneuerung bedürfen.

Wir vertrauen in die gemeinsam gestaltete Zukunft, in die Berufung der jungen Generation. Wir glauben, dass unsere Kinder und Enkel mit ihrer Begabung, Ausdauer und seelischen Kraft Ungarn wieder groß machen werden.

Unser Grundgesetz ist die Grundlage unserer Rechtsordnung; ein Vertrag zwischen den Ungarn der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft; ein lebendiger Rahmen, der den Willen der Nation ausdruckt, die Form, in der wir leben möchten.

Wir, die Bürger Ungarns sind bereit dazu, die Ordnung unseres Landes auf die nationale Zusammenarbeit zu begründen.”

Written by silberredner

14. Juli 2011 at 16:34

Veröffentlicht in Gesellschaft, Politik, Ungarn

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Dance like a Hungarian

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Do the Hungarian Twist. Anno 1980.

 

Written by silberredner

10. Dezember 2010 at 01:13

Veröffentlicht in Geschichte, Kultur, Ungarn

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See you later, pluralistic Democracy

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Es scheint so, als würde sich auch dieser Blog eher in Richtung eines Ungarnblogs entwickeln, ich weiß auch nicht wieso, wahrscheinlich ist mir mein Restleben nicht beschreibenswert genug, wie dem auch sei, hier kommt jedenfalls schon wieder ein Artikel über das Magyarenland, denn am letzten Sonntag waren in Ungarn Landtags- und Kommunalwahlen.

Die Ergebnisse waren  denen der Parlamentswahlen im April vergleichbar. Die regierende rechts-konservative Partei Fidesz konnte noch mehr Stimmen gewinnen als sowieso schon und nun werden alle  19 Komitate des Landes von Fidesz regiert. Außerdem gewann Fidesz auch in allen größeren Städten (bis auf Szeged) das Bürgermeisteramt.  Budapest hat hiermit zum ersten Mal  seit der Wende einen konservativen Bürgermeister. Mal sehen wie das so funktioniert.

Bei einer Wahlbeteiligung im 40 Prozentigen kann jedoch wohl kaum von einem wirklich demokratischen Ergebnis gesprochen werden.

Doch es gibt auch Positives zu berichten: Die rechtsradikale Partei Jobbik hat weniger Stimmen erreicht als noch im April. Von 16 % fiel sie auf durchschnittlich 14. Nicht viel, aber immerhin. Im strukturschwachen Osten des Landes (kommt irgendwie bekannt vor, oder?) kam Jobbik jedoch auf über 20 %. Die linksliberal-grüne Partei LMP spielte eine untergeordnete Rolle, konnte jedoch ein Bürgermeisteramt in irgendeinem Dorf gewinnen.

Die Ergebnisse sind gut für Fidesz, meiner Meinung nach jedoch schlecht für die ungarische Demokratie. Seit seinerm Wahlsieg baut Viktor Orbán (der Premierminister Ungarns und Präsident von Fidesz) systematisch seine Macht aus. Die Zweidrittelmehrheit im Parlament ermöglicht eine ungewöhnliche Dominanz, zudem ist auch  Pál Schmitt, der 2010 gewählte Präsident Ungarns, ein Fidesz-Parteisoldat.

In diese Entwicklung passt auch das neue ungarische Mediengesetz. Einer OECD Studie des Medienexperten Karol Jakubowicz zufolge, gibt das Gesetz Grund zur Sorge und muss überarbeitet werden, will man nicht die Meinungsfreiheit gefährden. Es bewirke mehr Medienregulation als in irgend einem anderen demokratischen Land und gehe weit über international akzeptierte Standards hinaus. Er beschreibt das Gesetz als:

 

 

[…] highly centralized governance and regulatory system, with many new and unnecessary bodies of oversight and supervision and with many decision-making processes involving a succession of inputs by disparate bodies – probably breeding conflicts and inefficiencies, but  also multiplying opportunities for political control. The whole system may have a serious chilling effect on media freedom and independence (by encouraging selfcensorship) and on the exercise of freedom of expression.

 

[…] this package, which exceeds what is justified and necessary in a democratic society, is cause for very serious concern. It needs urgently to be reconsidered and amended, so the legislation can serve its proper function of enhancing Hungarian democracy.

 

Gerade wenn man bedenkt, dass Reporter ohne Grenzen die ungarische Presselandschaft 2009 noch freier ansahen als beispielsweise Spanien, Portugal oder gar Frankreich, sieht man, welche großartige Errungenschaft hier auf dem Spiel steht. Leider besteht in Ungarn kaum Hoffnung auf ein zivilgesellschaftliches Aufbegehren. Der Autokratisierung des Landes steht wohl nur internationaler Druck entgegen. Doch der Franz-Josef-Strauß-Preisträger Orbán hat wohl zumindest aus Deutschland nichts zu befürchten. Seine Methoden sind ja nicht zuletzt in der CSU-Wahlmonarchie Bayern nichts besonderes.

 

Update: Hier eine schöne Grafik, die ich bei Political Capital (einem Think Tank aus Budapest) gefunden habe um die ungarische Situation zu illustrieren:

Written by silberredner

5. Oktober 2010 at 15:36

Veröffentlicht in Politik, Ungarn

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Jimmy Jump in Ungarn

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Manche werden vielleicht Jimmy Jump kennen, einen passionierten Flitzer aus Barcelona kennen. Dieser hat nun wohl einen Ausflug nach Ungarn gemacht. Erst flitzte er bei dem Budapester Derby Újpest gegen Ferencváros:

Dann, sehr viel witziger, besuchte er die Wettervorhersage eines ungarischen Senders. Der Wettermann reagiert dabei erstaunlich souverän finde ich.

Was wieder mal zeigt: Ungarn ist winzig, aber überall.

Written by silberredner

30. September 2010 at 12:39

Veröffentlicht in Netz, Ungarn

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Berlin is in Hungary

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Wo ich gerade in Ungarnstimmung bin, möchte ich auch noch eben auf diese Tafel am Reichstag verweisen. Man merkt: Ungarn ist überall, es wird nur häufig übersehen.

So wurde ich auch letztens auf der Straße von einer Ungarin extrem freudig überrascht angesprochen, da ihr meine Tisza Schuhe aufgefallen sind, welche in etwa so aussehen:

Ich war sogar (!) in der Lage auf ungarisch zu erklären, dass ich kein Ungar wäre, sondern nur in Ungarn studiert habe. Welch ein Erfolgserlebnis!

Written by silberredner

29. September 2010 at 21:51

Veröffentlicht in Politik, Ungarn

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Made in Hungary

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Ungarn lässt mich einfach nicht in Ruhe. Jetzt habe ich mir, ohne Absicht, ein ungarisches Fahrrad gekauft. Ein Gepida Alboin 200. Habe ich vorher auch noch nie gehört, scheint mir aber ganz gut zu sein. Vielleicht ein bisschen überteuert, aber das lag an dem Laden in dem ich es kaufte.

Ich hoffe jedenfalls, dass die Qualität des Rads besser ist als die Übersetzung der Bedienungsanleitung. Denn da kann man lernen, dass man den Sturzhelm in der richtigen Tracht tragen müsse. Oder:

„Vorliegende Anleitungen enthälten zahlreiche Warnungen darüber, welche Folgerungen die Versäumung einer entsprechenden Wartung und Überprüfung haben kann.“

Und man lernt, dass man zu klein für das Rad sein, wenn man über sein Rad grätscht und die Lende das Rohr des Rahmens berührt.

Danke Gepida.

Written by silberredner

29. September 2010 at 16:13

Veröffentlicht in Allzumenschliches, Ungarn

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