Silber reden

Silber reden – Gold denken. Jetzt in Moldau

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Mehr oder weniger ohne Angst

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In Moldau gibt es (Überraschung) Homosexuelle. Und es gibt Menschen, die Homosexuelle und alle anderen LGBT-Menschen nicht mögen. Von der zweiten Sorte gibt es sogar eine ganze Menge. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2014 würden 83% Homosexuelle nicht als Nachbarn und 93% nicht als Erzieher akzeptieren. Eine extrem homophobe orthodoxe Kirche verstärkt diese Einstellungen noch.

Doch es gibt Hoffnung: Wenige überzeugte Aktivisten kämpfen für Akzeptanz und Toleranz. Diese Menschen stehen auch hinter der Organisation des Pride Moldova, welcher gestern unter dem Motto „Fără Frică“ (ohne Angst) in Chisinau stattfand.

Ich hatte schon letztes Jahr teilgenommen und so stand für mich außer Frage, dass ich auch dieses Mal wieder dabei wäre. Christian, mein Herzenskollege aus Chisinau war leider nicht da, sein Besuch – zwei nette Österreicher namens Mimi und Armin – allerdings schon.

Auf der Demo sollten weiße T-Shirts mit der Aufschrift „Fără Frică“ getragen werden. Ich trug schon eins, wurde aber von einer Bekannten darauf hingewiesen, dass es gefährlich sei, das T-Shirt schon außerhalb der Demo zu zeigen. Leider hatte sie wohl recht und ich knöpfte meine Strickjacke zu. Dies war umso unschöner, als der Sommer endgültig nach Moldau gekommen ist und gestern Temperaturen um 30 Grad waren. Aber lieber schwitzen als bluten.

Beim Treffpunkt angekommen sahen wir Unmengen an Polizisten, die eine Gruppe von etwa 200 Menschen in weißen T-Shirts umringten. Das waren die Unsrigen. Die anderen, die auch nicht fehlen dürfen, waren noch nicht zu sehen. Mir kam der Aufwand etwas übertrieben vor, andererseits waren auf der Demo auch einige Botschafter (allerdings nicht die deutsche) und es wäre natürlich sehr unschön gewesen, wenn diese verprügelt worden wären.

Auch ansonsten gab es einige Internationale auf der Demo. Viele sprachen Englisch; ich schätze, dass etwa die Hälfte der Teilnehmer keine Moldauer waren. Dies könnte ein Grund sein, warum der Chef der Sozialisten Igor Dodon von einem Zusammenhang zwischen NATO und „Gay-Propaganda“ schwadroniert.

Kurz nach unserer Ankunft setzte sich die Demo langsam in Bewegung. Wir skandierten nichts, sondern unterhielten uns und beobachten die Menschen, die hinter den Polizeiketten unsere Demo begleiteten. Es handelte sich um eine Mischung aus Nazis und Christen. Ich dachte mir, dass es dieses Jahr deutlich weniger Gegendemonstranten waren. Nach einer Weile kamen wir allerdings zu einer Kreuzung, wo eine Gruppe Christen ihre Meinung zu Sünde und Familie kundtat. Kreuze und Ikonen wurden gehoben, Lieder gesungen. Alles noch im Rahmen.

Doch als wir an einem mehrstöckigen Haus vorbeikamen, schlugen plötzlich Eier zwischen uns auf. Ich hatte Glück, die Österreicher weniger. Beide wurden getroffen, Armin direkt auf den Arm. Verstört gingen wir weiter.

Plötzlich fingen unsere Begleiter hinter der Polizeikette an, vor die Demo zu laufen. Wir verstanden die Situation nicht und fragten uns, warum immer mehr Gegendemonstranten an uns vorbeiliefen. Die Polizisten wurden ebenso nervös und gaben sich laute Befehle. Schließlich setzten sie ihre Helme auf. Ich erwartete jeden Moment Steinwürfe.

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Wenn ich mich nicht irre, kamen wir so nach nur 400 Metern zum stehen. Hier ist die Strecke die wir gelaufen sind.

Strecke

Mehr ist im Moment in Moldau noch nicht zu machen.

Vor uns gab es ein Gedrängel zwischen Gegendemonstranten, die uns verprügeln wollten und Polizisten, die dies verhindern sollten. Das war wohl der unangenehmste Moment. Ich konnte nicht erkennen, wie viele Gegendemonstranten uns den Weg versperrten oder was vorne tatsächlich ablief. Nach ein paar Minuten hieß es: „Schnell in die Busse!“

Wie schon im letzten Jahr standen Busse bereit um uns von der Demo wegzufahren. Hätten wir uns einfach aufgelöst wären wohl viele von uns verprügelt worden. Im Bus sitzend sollten wir die T-Shirts ausziehen, damit wir nicht mehr erkannt werden konnten. Mir kam das ein bisschen seltsam vor, denn mit ein bisschen Hartnäckigkeit hätte man diese Busse auch so verfolgen können.

Wir fuhren aus der Innenstadt, wohl um abzuwarten bis sich die Situation beruhigt hatte. Nach einer kurzen Weile in der Hitze und noch voller Adrenalin und Angst fuhren die Busse wieder in die Stadt, zu einem Abschluss in einem Hotel.

Die Ganze Demo hat weniger als 30 Minuten gedauert. Danach wurde sie mit Hass gestoppt.

Hier ist die gesamte Demo als Video zu sehen. Und hier gibt es gute Fotos, die einen Überblick über den Ablauf geben.

Es war der größte Pride, der jemals in Moldau stattgefunden hat.

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Written by silberredner

24. Mai 2016 at 00:35

Veröffentlicht in Moldawien

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Hört, hört: „Freiburg ohne Papst“ im Verfassungsschutzbericht 2012!

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Anscheinend braucht die katholische Kirche Hilfe von Papa Staat:

5.5 Freiburger Autonome agitieren gegen Papstbesuch

Anlass zu Protesten und möglichen Störversuchen von Linksextremisten gab auch der Besuch Papst Benedikts XVI. am 24. und 25. September in Freiburg während seiner Deutschlandreise. Zuvor waren die autonomen Gruppierungen „Autonome Antifa Freiburg“, „Anarchistische Gruppe Freiburg“ und „Antifaschistische Linke Freiburg“ bereits seit längerer Zeit gegen die christlich-fundamentalistische „Piusbruderschaft“ in Freiburg vorgegangen. Die autonome Szene Freiburg warf dem Papst vor, mit dieser zu sympathisieren. Sie erklärte, den Papstbesuch nutzen zu wollen, um massiv gegen die „Piusbruderschaft“ und deren Verbindungen zum Papst vorzugehen.

Unter dem Motto „Antisemitismus – Patriarchat – Kapitalismus: WHAT THE FUCK?! Für die befreite Gesellschaft“ rief ein Bündnis autonomer und anarchistischer Gruppen zu einer sogenannten Vorabenddemo am 23. September 2011 in Freiburg auf. Sie erklärte, den Papstbesuch zum Anlass nehmen zu wollen, um „unsere grundsätzliche Kritik an Religion, Kirche und den gesellschaftlichen Verhältnissen zu äußern“.

In einem Aufruf kritisierten sie „Antisemitismus, Patriarchat und Obrigkeitshörigkeit“als nicht nur kirchliche Probleme, sondern als „Alltag auch im Kapitalismus“. Religion beinhalte für die Gläubigen „ein ‚himmlisches‘ Emanzipationsversprechen von diesem weltlichen Elend“. Gleichzeitig aber sei sie nichts anderes als „der Ausdruck eben jenes Elends und reproduziert – teilweise verschärft – Unmündigkeit und Unterdrückung im kapitalistischen Alltag“. Die Veranstaltung fand jedoch wenig Zulauf.

Bereits im Vorfeld hatte sich das linksextremistisch beeinflusste Aktionsbündnis „Freiburg ohne Papst“ von der Demonstration dieses Spektrums distanziert. Insgesamt verlief der Besuch des Papstes in Freiburg störungsfrei.

(Verfassungsschutzbericht Baden-Württemberg 2011, S 230f, Hervorhebung von mir)

Freiburg ohne Papst“ ist nun linksextremistisch unterwandert? Auf eine solche Idee können auch nur Verfassungsschützer kommen.

Überhaupt eine Bürgerrechtsbündnis in den Verfassungsschutzbericht mit aufzunehmen spricht Bände. Wer verteidigt hier wen?

Ich bin stolz auf unsere Arbeit bei Freiburg ohne Papst, ich wäre auch dann stolz auf sie, wenn sie „linksextremistisch unterwandert“ wäre.

Was soll „unterwandern“ bedeuten? Haben sich Trotzkisten und andere „linke Abweichler“ in unsere Gruppe eingeschlichen um sie nach ihrem Gutdünken zu lenken? Wie „unterwandert“ man überhaupt etwas? Welche Vorstellung von Zivilgesellschaft und der Freiheit von Individuen muss man haben, damit etwas unterwandert werden kann?

Unabhängig davon dass dies die vollkommene Unschärfe, Undifferenziertheit und reaktionäre Suggestivkraft des Extremismusbegriffes aufzeigt ist dies ein Armutszeugnis für den Zustand des Verfassungsschutzes Baden-Württemberg und trägt nicht zu seiner Legitimation bei.

Nun könnte man einwenden, dass ich nichts besseres zu erwarten hätte, dass der VS ständig mit Argusaugen progressive Vereine und Bewegungen beobachtet, dass dies in Deutschland nun mal so sei.

Doch ich will das nicht glauben.

Ich will einen Staat der seine Bürger beschützt wo es nötig ist und sich aus allem anderen raushält.

Ich will einen Staat, der sich nicht dazu genötigt fühlt, tradierte Wertordnungen zu beschützen.

Ich will einen Staat, der laizistisch ist.

Ich will glauben, dass dieser Staat, der auch der meine ist, Besseres kann.

Doch offensichtlich haben wir noch einen langen Weg vor uns.

Der Verfassungsschutz beschützt keine Menschen, er beschützt das, was er für die Verfassung hält. Das scheint die Glorie eines alten bayrischen Reaktionärs und seiner Wahlmonarchie mit einzuschließen. Schade auch.

Nachtrag:

Hier ein Beitrag zu diesem Thema auf Radio Dreyeckland.

Written by silberredner

24. Mai 2012 at 13:56

Für ein Museum des Kalten Krieges in Berlin

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Im Moment gibt es in Berlin eine Diskussion über die Errichtung eine Museums des Kalten Krieges am Checkpoint Charlie.

Die Geschichtspolitikgruppe der Piraten (deren Mitglied ich bin) unterstützt das Vorhaben eines Museums – denn zwar gibt es in Berlin einige Museen die sich mit Geschicht befassen, aber keines, dass einen übergreifenden Ansatz hat.

Ein neues Museum sollte die Sichtweisen beider Seiten vorstellen; wer nur aus der westlichen Perspektive denkt, wird den Kalten Krieg niemals wirklich verstehen können.

Die Musemskonzeption von Konrad Jarausch, Christian Ostermann, Manfred Wilke und Winfried Heineman aus dem Jahr 2010 ist darum richtig:

Ein neues Museum könnte eine Verteilerfunktion für die anderen, spezialisierteren Museen in Berlin übernehmen

Ein neues Museum sollte nationale Beschränkungen auflösen

Ein neues Museum sollte Zeitzeugen mit Oral History einbinden

Gerade die Piraten können sich für ein post-ideologisches Museum stark machen, ein Museum, dass beide Seiten ernst nimmt und so einen Ort der Trennung der Welten zu einem Ort der historischen Begegnung macht.

Written by silberredner

16. Mai 2012 at 19:31

Liquid Feedback – das erste Mal

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Letztens habe ich meine erste Liquid Feedback-Initiative gestartet.

Was ist Liquid Feedback?

Lqfb ist ein Abstimmungswerkzeug, das im Grunde wie ein Parlament funktioniert.

Erst erstellt man einen Vorschlag, der dann eine Weile beliebig diskutiert und verändert werden kann. Innerhalb dieser Zeit muss man auch Unterstützer_innen finden, denn eine Initiative muss ein bestimmtes Quorum (1/10 der an diesem Themenbereich Interessierten) erfüllen.

Hier sieht man die verschiedenen Themenbereiche im Liquid der Berliner Piraten. Ich bin interessiert an Stadtentwicklung, Bau und Verkehr, Bildung und Forschung, Außenpolitik, Geschlechter- und Familienpolitik sowie Sandkasten / Spielwiese, erkennbar an der Figur neben den Leisten. Rechts sieht man Initiativen, die momentan zur Abstimmung stehen.

Nachdem die Initiative in einem Pad (ein öffentliches, für alle benutzbares Schreibprogramm) diskutiert und eventuell abgeändert oder Alternativvorschläge gemacht werden, wird die Initiative eingefroren, das heißt, dass sie nicht mehr verändert werden kann.

Schließlich kommt es zur Abstimmung.

Eine Freundin und ich erstellten diese Initiative:

Wahlpflichfach Kunstsprachen

Viel zu lange wurden Kunstsprachen aus dem Kreis der Schulfächer ausgeschlossen.

Dies darf nicht länger toleriert werden!

Es ist an der Zeit, dass wir Sprachen in die Lebenswelten junger Menschen integrieren, die im Moment noch ein Schattendasein fristen.

Warum Spanisch und nicht Elbisch? Warum Englisch und nicht Klingonisch?

Wer legt fest, was unsere Kinder in der Zukunft brauchen werden? (Man muss doch auch mal an die Kinder denken!)

Wir sind für offene Schulcurricula und die Freiheit der Wahl!

Darum: Elbisch und Kobanisch statt Englisch und Spanisch! (Link)

Selbstverständlich wurde dieser Antrag mit SED-Mehrheit angenommen! (89% Ja-Stimmen).

Dabei ist allerdings zu beachten, dass eine Delegation von Stimmen möglich ist – für ein bestimmtes Themengebiet, kann man seine Stimme an jeman anderes delegieren, der/die dann für einen abstimmt.

Wie dem auch sei: Diese extrem wichtige Initiative war ein überwältigender Erfolg!

Written by silberredner

20. April 2012 at 22:51

Alter, wie rassistisch ist das denn?

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Written by silberredner

13. März 2012 at 20:41

Veröffentlicht in Gesellschaft, Politik

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Dienstags bei den Piraten

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Dienstags habe ich jetzt ein paar mal beim Kneipenabend der Piraten an der Bar gestanden und muss sagen: Schon unterhaltsam.

Zum Beispiel gestern: Es waren ein Haufen neue Interessierte da, um sich über die Partei zu informieren.

Mancher mag jetzt denken, dass es sich in erster Linie um pickelige Nerdteens handelt, doch weit gefehlt. Die dürfen ja sowieso unter der Woche nicht raus und sind außerdem mit ihrem Clan bei WoW verabredet.

Stattdessen kamen eher die älteren Semester, die sich deutlich von den anderen absetzten, indem sie andere „junger Mann“ oder ähnliches nannten und von bürgerlich bis altlinks variierten.

Da auf der Website des Kinski steht, man solle pünktlich sein (wenn man eine Barschicht hat http://wiki.piratenpartei.de/BE:Squad_Kinski), stand eine Gruppe schon vor der Kneipe und scharrten mit den Füßen als wir kamen um aufzuschließen und alles vorzubereiten.

Als das erledigt war, wollten sie von einem alten Hasen wie mir (immerhin schon seit Januar aktiv!) wissen, wie das denn so alles in der Piratenpartei funktioniere. Weil ich hinter der Bar stand.

Dabei erwarteten sie Strukturen, wie es sie vielleicht in anderen Parteien gibt, das heißt erst mal: Überhaupt klare Strukturen. Und jemanden, der einem sagt wie man sich einbringen kann.

Das gibt es leider alles bei den Piraten nicht. Entweder man kümmert sich selbst, oder es kümmert sich niemand um einen.

Das ist auf jeden Fall verwirrend. Man kennt ja niemanden, man weiß nichts, man will vielleicht auch nichts falsch machen und vor allem: Man möchte sich ja auch nicht gleich blamieren.

Manche erklären einem dann säuerlich, dass sie etwas anderes erwartet hätten und gehen nach Hause, andere treten noch am selben Abend der Partei bei.

Alles neu, alles anders, alles gleich. Am besten ist es, sich das mal selbst anzugucken.

Written by silberredner

29. Februar 2012 at 20:11

Veröffentlicht in Berlin, Piraten, Politik

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Meine Jungfernfahrt

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Nach Monaten der Untätigkeit wollte ich mich endlich im neuen Jahr bei meiner neuen Partei engagieren. Wie immer der Herde folgend, bin ich nun Pirat geworden. Ich hatte gehört, dass das jetzt so hip sei. Also flugs zu einem Treffen.
Ich dachte mir, dass es das Beste wäre, sich für eine Barschicht zu melden, weil man da schnell viele Leute kennen lernen würde – ergo meldete ich mich freiwillig Dienstags im Kinski hinter der Theke zu stehen.
Als ich in der Wohnung von Heide, welche die Hauptverantwortliche fürs Kinski ist, ankam, wurde sofort der erste Piratenstereotyp erfüllt. In der Küche saßen zwei Leute, aßen lecker Abendbrot und unterhielten sich über… ähm… ich muss sagen, ich habe keine Ahnung worüber sie sich unterhielten. Es klang technisch. Irgendwas mit Computern. Nun ja, aber ich war ja auch nicht gekommen, um ihnen ihre Computer zu warten.
Das Kinski ist eine selbstverwaltete Kneipe, die sehr organisch gewachsen wirkt. Hier und da funktioniert mal was nicht und allein alle Lichter anzumachen ist schon eine Kunst für sich.
Ab Acht kamen die ersten Mitpiraten und Interessierten. Ich schenkte fleißig Bier und Mate (der nächste Stereotyp) an die durstigen Kehlen aus. Die Besitzer dieser Kehlen waren in der überwältigenden Anzahl Männer (Stereotyp). Aber das ist ja egal, weil wir soo post-gender sind.
Nach einer Weile begannen die Vorstellungsrunden für die Landesvorstandswahlen im Februar. Diese liefen so ab: Der Kandidat stellte sich selbst in drei Minuten kurz vor, danach gab es die Möglichkeit für 20 Minuten Fragen zu stellen. Hierbei fiel mir die Diskussionskultur extrem positiv auf, es gab eine kompetente Redeleitung, gute Fragen und relativ gute Antworten.
Die Kandidaten waren dabei so facettenreich wie die Partei:
Der erste war ein Kindergärtner mit Pädagogenstimme, der zweite ein Geschäftsmann, der seit November 2011 in der Partei war, für den Landesvorstand kandidierte, und nicht wusste, was ein Vorstand eigentlich macht. Der dritte war ein Hacker, der schon ein alter Fuchs war (seit 2009 in der Partei) und dies auch als seine Hauptqualifikation anführte.
Ich fand sehr positiv, dass es einen gab, der schon nach wenigen Monaten für Ämter kandidieren wollte. Gewählt wird er sicher nicht, aber immerhin gibt es die Möglichkeit. Und schlecht wirkte seine Vorstellung eigentlich auch nicht.
Nach den Vorstellungen ging der gemütliche Teil des Abends los – Plauscheleien über alles was so anliegt. Oft habe ich recht wenig verstanden, weil ich erstens nichts von Computern verstehe und zweitens noch nicht in der Organisation der Partei und der Berliner Landespolitik drin bin. Aber das kann sich ja alles noch ändern.
Als ich am Ende mit Heide noch allein im Kinski war, sie rauchte und Bier trank und ich mich das erste Mal seit Stunden hinsetzte, meinte sie, das Schönste an den Piraten sei, dass es zum größten Teil (80%) gute Menschen seien.
Allein um herauszufinden ob das stimmt, werde ich weiter machen.

Written by silberredner

6. Februar 2012 at 01:02

Veröffentlicht in Berlin, Piraten, Politik

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